Sonntag, 1. Oktober 2017

Vier Tage feiern in Teltow

Zwei Schläge reichten diesmal und es hat kaum gespritzt. Teltow Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) beherrscht den fachgerechten Fassbieranstich inzwischen. Es war ja auch schon das 18. Stadtfest, das am Sonnabend eröffnet wurde. Und diesmal wird nicht nur drei, sondern vier Tage gefeiert – Brückentage sind etwas Schönes. Zur Eröffnung des Festes waren auch Abordnungen aus den Partnerstädten Ahlen und Gonfreville-l’Orcher gekommen, Zagan fehlte leider.

Neue Attraktion: AirEmotion

Die Fahrgeschäfte, Taschen- und Schuhhändler – das kennt man alles, nicht nur vom Stadtfest in Teltow, aber es gibt auch eine neue Attraktion: AirEmotion. Ein Kran zieht eine sicher angeschnallte Fünfergruppe 50 Meter in die Höhe. Dort wird dann ein Kreis geflogen, 90 Meter Durchmesser. Maria Höne aus Teltow war am Sonnabend begeistert. Sie hätte am liebsten noch drei Runden gedreht, schon wegen der tollen Aussicht. Mit der war es am zweiten Tag des Festes leider vorbei. Der Regen trübte das Fest.

Hip-Hop und Akrobatik

Musikalisch wurde auf der großen Bühne mit Hip-Hop gestartet. Dass Teltow demnächst zum Mekka der Fangemeinde werden könnte, zeichnete sich allerdings nicht ab. Die Rundbühne ist Akteuren aus der Region vorbehalten und es zeigte sich erneut: Auf der kleinen Bühne wird manchmal mehr Spaß verbreitet als auf der großen. Bereits zum vierten Mal war der Verein Parkour aus Kleinmachnow dabei. Die jungen Leute führten Parkour und Freerunning vor, zwei Trendsportarten also. „Parkour basiert auf der Kunst der schnellen Fortbewegung, um den direktesten Weg von A nach B zu finden“, erläutert Vereinsmitglied Jonas Schäfer. Und im Freerunning liege der Fokus mehr in der Bewegung als in der Effizienz. Es gibt zudem ziemlich philosophische Beschreibungen dazu, aber an dieser Stelle eine stark vereinfachte Formulierung: Es wird sehr viel und bewundernswert akrobatisch gesprungen. Dafür wird in Kleinmachnow fünfmal in der Woche trainiert. Der Verein hat stattliche 160 Mitglieder und es sieht so aus, dass er in Teltow neue Interessenten gefunden hat.

Stadtfest-Premiere für Chix’n Bones

Stadtfest-Premiere hatte auf der Rundbühne die Teltower Band Chix’n Bones . Das sind drei Gitarristen, ein Drummer und zwei junge Sängerinnen mit einer tollen Röhre: Gutschi und Claudia. Geboten wurde schnörkelloser Coverrock. Zum Kuscheln ist aber auch was dabei. Gutschi erinnerte ans Woodstock-Festival ehe die Beiden „Take another piece of my heart“ sangen – so viel Liebe und Schmerz in einem Lied! Viel mehr war auch bei Janis Joplin nicht drin.

Große Namen auf dem Programm

Im weiteren Festgeschehen stehen auch große Namen auf dem Programm. Das letzte Konzert am Montag bestreiten Bonfire , die Altrocker aus Ingolstadt, deren neue CD, „Byte The Bullet“, vom Fachblatt „Metal Hammer“ ausdrücklich gelobt wird: „Die Riffs sind frisch, hart an der Grenze zum modischen Metal und bieten ein (top produziertes) Klangbild, das alle Fans der glorreichen Bonfire-Jahre begeistern dürfte.“ Anderswo muss man für die Band in diesem Herbst – je nach Veranstaltungsort – mindestens 23,20 Euro pro Ticket bezahlen. Schön, dass sich für das Teltower Stadtfest wieder so viele Sponsoren fanden.

Am Dienstagabend dann, zum Fest der Deutschen Einheit, kommt Purple Schulz . Der Sänger und Songschreiber wurde in der „Bild“-Zeitung schon vor anderthalb Jahren für die Rubrik „Was macht eigentlich…?“ interviewt – Beleg dafür, dass er der öffentlichen Aufmerksamkeit weitgehend entschwunden ist. Folglich leitete die „Bild“-Interviewerin eine Frage mit dem Hinweis ein, seit den 80er-Jahre-Erfolgen „Verliebte Jungs“, „Kleine Seen“ und „Sehnsucht“ wüssten die meisten Menschen nicht mehr viel über Purple Schulz – der musste da sofort einhaken. „Meine größten Erfolge habe ich heute“, stellte er richtig. „Da gehen die Menschen anders aus meinen Konzerten, als sie gekommen sind.“ Die neuen Songs, sagte der Musiker, dessen richtiger Vorname Rüdiger ist, weiter, würden sein Publikum mindestens genauso begeistern wie die alten. Seit Anfang des Jahres gibt es seine neueste CD, „Der Sing des Lebens“.

Markt der Möglichkeiten

Und dann ist für den 3. Oktober noch wichtig: Das Stadtfest ist nicht nur Rummel und Show. Von 12 bis 16 Uhr stellen sich auf dem „Markt der Möglichkeiten“ an 30 Ständen Vereine und Selbsthilfegruppen aus Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf vor.

(Foto: privat, Text: Stephan Laude, mit freundlicher Genehmigung)

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