Donnerstag, 31. August 2017

Miele investiert im Europarc Dreilinden

Im Europarc Dreilinden wurde am Dienstag Richtest für einen dreiteiligen Gebäudekomplex gefeiert. Die dreistöckigen Bürobauten sind durch Brücken miteinander verbunden. Insgesamt steht eine Fläche von 6000 Quadratmetern zur Verfügung. Dazu kommen 65 Autostellplätze.

Die Europarc Dreilinden GmbH, ein Unternehmen der französischen Großbank Société Générale, investiert ohne Vorvermietung in den Neubau. Das Bauvorhaben wurde auf Grund der großen Nachfrage nach weiteren Mietflächen geplant. Im Frühjahr kommenden Jahres sollen die Gebäude, die bereits an den Hausgerätehersteller Miele verkauft wurden, bezugsfertig sein.

Der Ausbau erfolgt nach den Wünschen der Mieter. Miele selbst wird in dem Gebäude keine Flächen nutzen, sagte Christoph Kirschner, Leiter der Grundstücksverwaltung des Familienunternehmens aus Gütersloh.

Alle Bestandsflächen des Europarcs sind nach Angaben von Geschäftsführer Jacky Starck vollständig vermietet. Vom gesamten, 450 000 Quadratmeter großen Gelände sind inzwischen 92 Prozent der Flächen entwickelt und vermarktet worden. Bis zum Jahr 2022 sollen auch auf dem Rest der bebaubaren Fläche Häuser stehen.

Begonnen worden war mit der Bebauung im März 1995. Richtig zügig ging es dann aber nicht voran, überall im Osten Deutschlands entstanden neue Gewerbeparks. Entsprechend groß war die Konkurrenz. Später litt das Geschäft unter der Finanzkrise. Doch die Société Génerale, für die mit Beatrice Lievre-Thery gestern erstmals eine Gesellschafterin bei einem Richtfest dabei war, zeigte einen langen Atem. Sie entschied sich, das Areal auf dem früheren Grenzkontrollpunkt Drewitz-Dreilinden marktorientiert und schrittweise zu bebauen. Zurzeit haben sich mehr als 130 „Marken“-Unternehmen mit 3500 internationalen Mitarbeitern niedergelassen. In zwei bis drei Jahren soll die Zahl der Beschäftigten bei deutlich über 4000 liegen. Sie arbeiten vor allem im Bereich innovativer Technologien. Das weltweit bekannteste Unternehmen im Europarc ist eBay. Auch der Paketdienstleister DHL ist auf dem Areal zu Hause. Weitere Logistik-Firmen schließt der Bebauungsplan aus. Auch großflächiger Einzelhandel ist nicht vorgesehen.

Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) erklärte, der Europarc sei für die Gemeinde ein Glücksfall. Zur Höhe der Steuereinnahmen dürfe er zwar nichts sagen, so Grubert, fügte aber hinzu: „Ich lächle.“ Landrat Wolfgang Blasig (SPD) freute sich ebenfalls, denn der Kreis bekommt ja etwas ab von dem Geld. Nach der Wiedervereinigung sei unter anderem angedacht worden, auf der Fläche ein Fußballstadion zu errichten, berichtete Blasig.

Die Festredner aus Wirtschaft und Politik lobten ausdrücklich die gute Zusammenarbeit untereinander. In Kürze soll sie weitere Früchte tragen. Es wird nämlich ein alter Wunsch Starcks in Erfüllung gehen: An der Autobahnabfahrt wird bald nicht nur „Kleinmachnow“ und „Dreilinden“ auf den Schildern stehen, sondern auch „Europarc“. Bei der Anbindung an den Nahverkehr soll es Verbesserungen geben. Konkrete Vorhaben dazu wurden allerdings noch nicht genannt. Aber natürlich steht auf der Forderungsliste das Wort „Stammbahn“.

(Text & Foto: Stephan Laude, mit freundlicher Genehmigung, auch erschienen auf MAZonline)

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