Sonntag, 8. Oktober 2017

Männergesang und Heimatforschung – Stahnsdorfer Ehrennadeln 2017 verliehen

Zum vierten Mal verlieh die Gemeinde Stahnsdorf ihre Ehrennadel an verdiente Ehrenamtliche. Es war gleichzeitig der dritte Stahnsdorfer Ehrenamtstag, denn 2014 fand die Ehrung noch im Rahmen der Jubiläumsfeier „750 Jahre Stahnsdorf“ statt.

Als Preisträger wurden vor rund 80 Gästen auf der Festveranstaltung am 6. Oktober 2017 in der Aula der Grundschule „Heinrich Zille“ die im Männergesangskreis beziehungsweise in der Heimat- und Geschichtsforschung tätigen Karl-Heinz Walter (85) und Peter Reichelt (53) ausgezeichnet. Karl-Heinz Walter wurde vom Männergesangskreis und dem Stahnsdorfer Heimatverein für die Ehrung vorgeschlagen. Dementsprechend übernahm der Heimatvereinsvorsitzende Jürgen Böhm die Laudatio.

Herr Walter wirkte über 60 Jahre in dem 1883 gegründeten Gesangsverein „Immergrün“ mit und war aktiver Teil des 1949 gegründeten und phasenweise bis zu 60 Sängern umfassenden Männerchors. Letztgenannter wurde mit dem „Fontanepreis“ ausgezeichnet, der größten Ehrung, die ein Volkskunstkollektiv seinerzeit erreichen konnte. 2011 löste sich der Chor auf, er wurde zum Männergesangskreis, und Herr Walter blieb aktiv dabei. Zur Vorbereitung, Gestaltung und Versorgung der Treffen gesangsinteressierter Männer trug er tatkräftig bei, sodass der organisierte Männergesang in Stahnsdorf nie verstummte. Er wirkt weiter aktiv in der Liederkommission mit, betreut und aktualisiert die Notenstände und kümmert sich auch um Sänger, die den Gesangskreis verlassen mussten.

Doch nicht nur das: Karl-Heinz Walter ist Gründungsmitglied und aktuelles Vorstandsmitglied des 1994 gegründeten Stahnsdorfer Heimatvereins. Besonders erwähnenswert ist neben der Organisation von Ausstellungen und Gestaltung von Dioramen die unter seiner Mitwirkung entstandene Zusammenstellung der im Malerhandwerk und der künstlerischen Malerei tätigen Stahnsdorfer, eine gemeinsame Dokumentation mit der Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft „Roter Adler“.

Peter Reichelt wurde für seine aufopferungsvolle Tätigkeit in der ortsgeschichtlichen Forschung geehrt. Durch „jahrelange eigenständige Forschung und Sammlungen zur Stahnsdorfer Geschichte erbrachte er in der Vergangenheit herausragende ehrenamtliche Leistungen und Ergebnisse“, würdigte Laudator Peter Ernst, selbst Ehrennadelträger erster Stunde, den 53-Jährigen. Reichelts virtuelles Heimatmuseum stahnsdorf-geschichte.de erreicht täglich nach wie vor bis zu 50 Klicks, im Gästebuch befinden sich mittlerweile mehr als 90.000 Einträge. Ein Steckenpferd von Reichelt ist unter anderem die (Entstehungs-)Geschichte des Stahnsdorfer Klärwerks, für deren Recherche er Originalakten des Großvaters wälzte. Durch eigene Publikationen über die Rieselfelder der Region, zahlreiche Artikel in Tageszeitungen sowie dem Stahnsdorfer Ortsanzeiger, der Firmenzeitung der Berliner Wasserbetriebe, dem Zehlendorfer Jahrbuch und vor allem durch sein virtuelles Heimatmuseum erreicht und interessiert er viele Menschen. Peter Reichelts Familie beteiligt sich an den Aktionen „Offene Gärten“ der Urania Potsdam und „Offene Kirche“ in Stahnsdorf. Er zeigt dabei diverse Ausstellungen wie „75 Jahre Klärwerk Stahnsdorf“.

Die Herren Walter und Reichelt sind die Ehrennadelträger Nummer 12 und 13. Verliehen wird die Auszeichnung seit 2014, dem Jubiläumsjahr „750 Jahre Stahnsdorf“. Das Rahmenprogramm zum diesjährigen Festakt wurde vom Berliner Jazzduo Ingo Stelzer & Thomas Schmidt sowie dem Rope-Skipping-Showteam der Grundschule „Heinrich Zille“ und Musikerin Leonie Buche („Mikkie Music“) bestritten. Zu den rund 80 geladenen Gästen zählten Vertreter aus Politik, Vereinen, Organisationen und die bisherigen elf Ehrennadelträger sowie Bernd Haase und Franz Neudert als Ehrengäste. Beide zählten 2017 zum erweiterten Nominiertenkreis für die Ehrennadel. Überreicht wurden die Nadeln und Urkunden von Bürgermeister Bernd Albers und der Fachbereichsleiterin Soziales, Anja Knoppke.

(Text & Foto: Stephan Reitzig)

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