Samstag, 9. September 2017

Franz Müntefering besuchte Teltow

Natürlich sei er auch wegen des Teltower Doppelwahlkampfes gerne hierher gekommen, gab Franz Müntefering auf Nachfrage freimütig zu. Der langjährige SPD-Parteivorsitzende wurde bei seinem Besuch im Diakonissenhaus am Mittwochabend denn auch von Direktkandidatin Manja Schüle und Bürgermeister Teltows Thomas Schmidt begleitet. Ihnen wollte Müntefering für die anstehenden Wahlen den Rücken stärken, doch der jetzige Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisatoren war vor allem an der Arbeit des Diakonissenhauses interessiert. Der theologische Vorstand, Pfarrer Matthias Blume, klärte den prominenten Gast bei einem Rundgang übers Gelände auf. „Insgesamt haben wir an den Standorten Berlin, Teltow, Lehnin und Ludwigsfelde rund 2300 Mitarbeiter“, so Blume. Die soziale Einrichtung lasse sich bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückführen, „damit sind wir älter als die SPD“. Damit hatte Müntefering kein Problem, vielmehr lobte er, dass hier diejenigen Menschen Hilfe bekommen, „die auch wirklich Hilfe brauchen“.

Bevor Blume und Müntefering sich dann in einem Podiumsgespräch zu Fragen der Seniorenpolitik austauschten, gab es noch Neuigkeiten für den Standort Teltow. Derzeit errichtet dort das Sozial-Unternehmen einen Neubau für die Fachschule, die im Augenblick noch in der ehemaligen Bürgel-Schule untergebracht ist. 2018 soll der Umzug stattfinden, der leergezogene Schulbau steht dann wieder der Stadt zur Verfügung.

Näheres wurde auch zu den großen Neubauplänen für einen „Diakonischen Stadtteil“ bekannt, der im Süden der bestehenden Einrichtung entstehen soll. Errichtet werden Wohnstätten für Behinderte, eine Kita und Verwaltungsgebäude. Geplant sind zudem ein medizinisches Zentrum – als eine Art Krankenhaus – und ein Hospiz. Letzteres wird in der Teltower Region seit Jahren schon schmerzlich vermisst. Auf dem Gelände soll zusätzlich ein reines Wohngebiet entstehen – der Bedarf in der wachsenden Stadt sei erkannt worden, hieß es. Die Wohnhäuser will das Diakonissenhaus aber nicht selbst errichten. Dafür werde noch ein Investor gesucht.

Die Pläne für das „Diakonische Stadtviertel“ stecken noch in den Anfängen, haben in Teltow aber bereits zu einer Debatte geführt, weil die historische Osdorfer Straße teilweise überbaut werden müsste. Sie wird derzeit als Radweg genutzt. Ein Antrag, sie in jedem Fall als kompletten Weg zu erhalten, ist in der Stadtverordnetenversammlung allerdings jüngst abgelehnt worden. Es werde zwar eine Verschwenkung des Weges geben, wichtige Teile des Radwegs würden aber erhalten bleiben, hieß es nun seitens des Diakonissenhauses.

(Foto+Text: Jürgen Stich, erschienen auf MAZonline, mit freundlicher Genehmigung)

Elektro Müller Teltow