Sonntag, 4. Februar 2018

Endlich! - RSV Eintracht bricht den Auswärtsfluch - Befreiungsschlag in Essen

Zehn Anläufe haben die Korbjäger des RSV Eintracht in der 2.BasketballBundesliga ProB benötigt, aber nun ist es endlich gelungen! Bei den ETB Wohnbau Baskets Essen schaffte die Mannschaft von Trainer Denis Toroman den Auswärtsfluch zu brechen und am Ende mit einem 64:77 (25:42) Erfolg im Gepäck die Heimreise anzutreten.

Zugleich war dies auch das so dringend benötigte Lebenssignal im Abstiegskampf, denn der Rückstand auf den direkten Mitkonkurrenten aus dem Ruhrgebiet konnte bei noch ausstehenden neun Spielen nun wieder auf sechs Punkte verkürzt werden. Ferner schaffte man es sogar sich nicht nur für die höchste Heimniederlage aus dem Hinspiel im Oktober (67:78) zu revanchieren, sondern sogar noch das direkte Duell zu holen.

Bereits im Vorfeld des Matches beim ProA-Absteiger hatte RSV-Coach Toroman unmissverständlich klar gemacht, dass es angesichts der brisanten Tabellensituation nur noch Endspiele gibt und nicht nur gute Leistungen, sondern auch Punkte hermüssen. Und seine Mannschaft glaubt daran, dass man das für viele inzwischen als unmöglich geltende doch noch schaffen kann. Nur so ist die Leistung des RSV zu erklären. Denn die Brandenburger spielten keineswegs wie ein typischer Tabellenletzter, der dem Abstieg entgegen taumelt. Man präsentierte sich von Beginn an hellwach, war physisch präsent und versuchte die Kreise des Essener Topscorers Montreal Scott so gut es geht einzuengen.

Nach einem defensiv-geprägten und eher punktearmen Start nutzte die Eintracht dann ab der neunten Minute einen 18:0 Lauf, um auf 15:35 zu enteilen. Diese vermutlich beste Phase der gesamten Saison war dann zugleich auch fast schon die Vorentscheidung in dieser Partie, denn man konnte diesen Vorsprung bis Mitte des dritten Viertels sogar noch leicht auf 29:52 ausbauen. Zwar zeigte der Gastgeber Moral und kam im Schlussviertel noch einmal gefährlich nah bis auf 60:67 heran, jedoch hatte der RSV die besten Kraftreserven und brachte den Erfolg letztlich souverän nach Hause.

Nach dem Schlusssignal gab es dann nicht nur Jubel und Erleichterung, sondern vor allem auch die Erkenntnis, dass man mehr als nur mithalten kann. „Für uns war das erste Viertel entscheidend. Hier haben wir gezeigt und gesehen, dass unsere taktischen Vorgaben aufgehen, Offensiv haben wir es dann geschafft durch extra Pässe den freien Mann zu finden und die offenen Würfe dann auch getroffen. Das war genau die Art Basketball, den wir spielen können und zu dem wir eigentlich jederzeit in der Lage sind. Ich bin wirklich sehr stolz auf meine Jungs. Sie haben alles, was wir uns vorgenommen haben, umgesetzt und sich am Ende mit dem Sieg belohnt.“, erklärt ein zufriedener Denis Toroman.

Michael Holton mit 22, Josh Smith mit 11 und Julius Stahl mit 10 Punkten waren am treffsichersten. Montreal Scott auf Essener Seit kam zwar letztlich auf 19 Zähler, musste dafür aber die gesamten 40 Minuten hart arbeiten und traf auch nur einen seiner acht Dreipunkteversuche. Neben dem großen Unterschied bei der Dreipunktebilanz (15% gegenüber 42%) war zudem die sehr gute Reboundarbeit ausschlaggebend, denn der RSV gewann das Duell an den Brettern deutlich mit 25:41 und ließ vor allem nur drei offensive Rebounds und damit zweite Wurfchancen des Gegners zu. Für den RSV geht es nun am nächsten Sonntag weiter mit dem Heimspiel gegen die Itzehoe Eagles. Auch hier hat man noch eine offene Rechnung von der deutlichen 90:73 Hinspielniederlage.

RSV: Holton 22, Smith 11, Stahl 10, Craven 9, Kamber 9, Boyanov 8, Kirchner 6, Drews 2, Decker, Hildebrandt

(Text: Marcus Boljahn, Foto: pixabay)

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