Sonntag, 30. Juli 2017

13.000 Euro Spenden für Notunterkünfte in Teltow

Die offizielle Eröffnung ist erst im August, aber der erste Bewohner ist schon eingezogen in die "Pension Oderstraße", die Notunterkunft für Obdachlose in Teltow. Betreiberin der neuen Einrichtung ist die Ernst von Bergmann Sozial gGmbH.

Auf 390 Quadratmetern werden in einer ehemaligen Werkhalle - eine Etage über dem Industriemuseum . zehn Einzel- und zwei Doppelzimmer sowie ein Lager, ein Büro und Gemeinschaftsflächen entstehen. Die Doppelzimmer sollen vor allem für Frauen mit Kindern bereitgehalten werden.

Die Halle ist durch den Eigentümer für die künftige Nutzung umgebaut worden, Möbel und andere Einrichtungsgegenstände, Bettwäsche, Geschirr, Kühlschränke, Waschmaschine und Trockner wurden zu 80 Prozent durch Spenden finanziert. Insgesamt sind 13.000 Euro zusammengekommen.

Nach Angaben von Stadtsprecherin Andrea Neumann sind in Teltow momentan 7 Personen als Obdachlose registriert. Sie werden von der Stadt in unterschiedlichen, privat betriebenen Pensionen untergebracht. Die Obdachlosenzahl blieb in den vergangenen Jahren stabil. Die betroffenen Personenkämen aus der "ganz normalen" Bevölkerung, sagte Neumann. Die Ursache für ihre Obdachlosigkeit seien vielschichtig und häufig in persönlichen, gesundheitlichen und familiären Gründen zu finden.

Die Stadt verspricht sich von der neuen Unterkunft, dass die Situation der Betroffenen wesentlich verbessert werde, schon, weil die Einrichtung sehr zentral gelegen ist. Die Wege zu Behörden wie Sozial- und Gesundheitsämtern, Betreuungsstellen sowie medizinischen Einrichtungensind kurz. Die Notunterkunft wird nach Angaben von Andrea Neumann durch Sozialarbeiter des Betreibers vor Ort betreut.

Diese Betreuung sei aus Sicht der Stadt immens wichtig und in der Vergangenheit nicht immer vorhanden gewesen. Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) erklärte, es bestehe eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Ernst von Bergmann Sozial gGmbH. " Das Ordnungsamt steht mit den Verantwortlichen in regem Austausch und wird den Kontakt auch künftig intensiv pflegen." Die Mitarbeiter der ordnungsämter gehören in den Kommunen oft zu den Ersten, die sich behördlicherseits um Obdachlose kümmern.

Die Ernst von Bergmann Sozial gGmbH hat nach Angaben ihrer Sprecherin Damaris Hunsmann bereits Erfahrungen im Betrieb von Notunterkünften in Neu Fahrland und Glindow. Zudem ist die gemeinnützige Gesellschaft seit 2014 in der Region Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf (TKS) im Bereich der Wohn- und Eingliederungshilfe aktiv. Diese Mitarbeiter vor Ort engagieren sich im "Arbeitskreis Obdachlos" in Teltow; in ihm kam auch der Bedarf nach einer Notunterkunft für Obdachlose auf.

"Diesen Bedarf haben wir als Anstoß gesehen, um uns aktiv einzubringen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Klinikgruppe Ernst von Bergmann Potsdam, Steffen Grebner. Die Gruppe, die vor allem durch ihr Krankenhaus in Potsdam bekannt ist, sehe es als einen wichtigen Auftrag an, sich auch im sozialen Bereich um die Bürger der Region zu kümmern. Sie möchte auch Ehrenamtliche für die Arbeit in der Teltower Einrichtung gewinnen.

(Text & Foto: Stephan Laude, mit freundlicher Genehmigung, MAZ 25. Juli 2017)

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